11. Otto-Julius Bierbaum Erinnerungsfahrt 14.-17.Juli 2022

Bericht von einem Teilnehmer
Otto-Julius Bierbaum Fahrt die letzte gab es 2018, die von 2020 wurde auf 2021 verlegt und dann wegen Corona abgesagt. Aber jetzt fand sie endlich statt. Am Donnerstag, den 14. Juli dann auf nach Garmisch. Wie den ganzen Juli über war es schön warm und sonnig. Ziel war das Riessersee Hotel oberhalb von Garmisch. Ein ziemlich großer Kasten mit einer ebensolchen Tiefgarage. Schnell raus und die Unterlagen geholt – leider gab es jetzt schon Ausfälle. Zwei Teams hatte es besonders schwer getroffen. Sie hatten ihre beiden Adler auf einem Transporter mit Anhänger geladen, der einen Turboladerschaden hatte. Die Teile zerfetzten den Kat und der dann den Tank und alles brannte komplett aus. Besonders schmerzlich, das eine Fahrzeug war ab Erstzulassung immer im Familienbesitz. Bei einem Riley Special war bei der Auffahrt zum Hotel eine Halbachse abgeschert. Hinaus auf die Terrasse und Getränke eingenommen. Man kannte fast alle Teilnehmer, irgendwie wie ein Familientreffen. Man hatte noch genug Zeit, zum See zu spazieren und ein kühles Bad zu nehmen – sicher das Highlight des Hotels. Dann ab zum Abendesseen. Am nächsten Morgen nach gutem Frühstück starteten wir am Hotel, die Strecke durch Garmisch erstaunlich problemlos, durch Farchant und dann knapp den Tunnel vermieden. Die Organisation hatte besonders zum Wettergott einen direkten Draht, denn statt der üblichen +30° der Vortage hatten sie perfekte 24° bestellt. Nun der Aufstieg nach Ettal und nach Unterammergau auf eine Traumstrecke durch Wiesen und Gehöfte. Und von der Seite sind wir noch nie zur Wieskirche gekommen.
Daran vorbei und weiter bis zur Mittagsrast beim Gockelwirt. Man saß beschattet im Garten und wir orientierten uns bei der Bestellung am Namen des Gasthauses, was genau richtig war. Man wäre eigentlich gerne noch etwas geblieben, aber die Rückfahrt stand an. Zuerst nach Füssen, dann nach Reutte und dann am Plansee entlang. Natürlich haben wir diese Strecke schon so oft gefahren, aber in einem Vorkriegsoldtimer ist es immer wieder anders. An der Ammerwald Alm noch einen Kaffee, dann an Linderhof vorbei zur Sonderprüfung. Wir sind seit etwa 200 Rallyes nicht mehr ehrgeizig, aber die Platte mit kleinen Snacks war exzellent. Dann weiter wieder über Ettal und Farchant nach Garmisch. Gab es auf der Hinfahrt am Morgen dort noch einen Mega-Stau war es jetzt fast schon verkehrsarm. Leider bewölkte es sich etwas, was uns vom Bad im See abhielt.Aber Eiskaffee direkt am Ufer war auch nicht schlecht. Genau an demselben ging es dann Abends auf einen netten Spaziergang durch den Wald, denn wir speisten auf einer idyllischen Alm.
Bei der perfekten Organisation klar, dass es für den dunklen Rückweg für jedes Team eine Taschenlampe gab. Aber zuerst ein Aperol auf der Terrasse untermalt von bayrischer Musi. Wir blieben auch auf der Terrasse zum Abendessen, denn der Waxenstein änderte alle 15 Minuten seine Farben und das war faszinierend. Das bayrische Abendessen auch – und den Kaiserschmarrn gab es in unfassbaren Mengen. Wenn das keine Glückshormone erzeugt. Dann wieder dank der Taschenlampen erleuchtet durch den Wald. Wegen des nachvollziehbaren Völlegefühls gingen wir zu Bett. Diesmal der Start auf dem Rathausplatz – die Innenstadt war für einen Massenlauf auf die Zugspitze reserviert. Hier konnten wir in aller Ruhe das Starterfeld anschauen, es waren zwar nur 19 Fahrzeuge, aber die waren durchaus sehenswert. Zwei frühe Delage, schöne Mercedes, gewaltige Amerikaner von Packard, Buick und Nash, eine Ford Feuerwehr – klein aber fein. Dann der Start, wieder Farchant und diesmal nahmen wir die Tunnelumgehung etwas früher, dann am stehenden Verkehr nach der Autobahn vorbei bis nach Murnau und am Staffelsee vorbei. Das Ziel war der bayrische Rigi in Hohenpeißenberg. Perfekt waren direkt vor dem Lokal die Parkplätze eingerichtet. Leider war im Innern gedeckt, die Terrasse war von BMW-lern besetzt. Aber durch die großen Fenster sah man das tolle Panorama. Sehr gute Küche, dann noch durch den Ort geschlendert und zur Rückfahrt gestartet. Wir machten noch einen Zwischenstopp im Bauernhof-Café nach Huglfing, dann ging es weiter bis zur nächsten Sonderprüfung – aus dem fahrenden Auto Konservendosen mit Bällen traktieren – wirklich witzig. Aber noch besser war der gereichte Bailey’s und die hausgemachten Plätzchen.
Dann wieder die schöne Strecke nach Murnau und weiter bis Garmisch. Auch jetzt kein Stau mehr und das am Samstagnachmittag. Zurück im Hotel direkt an den See zum Baden. Abends im Seehaus das Gala-Menue. Schön gedeckte Tische mit selbstgemachten Leckereien vom Organisationsmitglied Hannelore, Live Musik und ein ordentliches Menue. Höhepunkt des Abends war eine wirklich gelungene Darbietung zweier Schauspieler als Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Dann kam die Preisverleihung, es gab sehr schöne Bücher statt Pokale. Sonntag etwas später aufgestanden und gefrühstückt, dann Abschied von den Teilnehmern und Organisatoren. Wir packten, trailerten auf und fuhren bei 32° nach Hause.
Fazit: eine perfekt organisierte Rallye, ein Roadbook ohne einen einzigen Fehler, eine tolle Streckenführung ideal für Vorkriegsoldtimer. Ein sehr schönes Starterfeld und ein perfektes Wetter. Leider versprach das Hotel mehr als es hielt. Aber der See hat viel wieder gut gemacht. Ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Wir freuen uns auf die OJB-Fahrt in 2024.
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